Szenario: Familienfeier

„Wo feiern wir eigentlich, im Freien oder in der Wohnung? Weiß jemand, was 30 Bratwürste und 20 Steaks kosten? Hilfe, wie bekomme ich das Blumenmotiv auf die Einladungskarte? Sollen die Kleinen mit an der Festtafel sitzen?“ Fragen schwirren hin und her, während Kerzen aufgestellt, Namenschilder geschrieben und in Lebensmittelkatalogen geblättert wird.

Was passiert hier?

Die Schülerinnen und Schüler planen in diesem Szenario gemeinsam eine Familienfeier zum 60. Geburtstag der Großmutter. Sie verfügen über ein festes Verpflegungsbudget, sind verantwortlich für die Einladung aller Gäste und gestalten eine Festtafel.

 

Mit diesem handlungsorientierte Szenario werden vor allem kreative, aber auch mathematische Fähigkeiten von Schülerinnen und Schülern angesprochen. Die gemeinsame Arbeit an der Problemlösung fördert die Teamfähigkeit.

300 Schülerinnen und Schüler erreicht!

Es ist der 30. November 2011 und wir sind in der Konrad-Wachsmann-Schule, Berlin Hellersdorf. Das Talentmobil besucht die Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen. Heute gibt es hier etwas zu feiern: Unter den heutigen Jugendlichen ist die 300. Teilnehmerin vom Talentmobil! Johanna B. erzählt, was sie durch das Talentmobil über sich herausgefunden hat.

„Heute habe ich festgestellt, dass ich eine Mannschaftsspielerin bin. Beim Brückenbau habe ich mich für mein Team eingesetzt und habe anderen geholfen. Das hat auch meine Gruppe so gesehen. Deshalb trage ich jetzt den Mannschaftsspieler-Button.“

300

Königsweg oder Sackgasse?

Am 17. November 2011 war das Talentmobil zu Gast auf der Fachkonferenz „Kompetenzbilanzierung. Neue Anforderungen an Bildung und Beruf“. Diesmal konnten sich Erwachsene ausprobieren und beim Brückenbau ihre Kompetenzen unter Beweis stellen.

Bildungsexperten, Berater und Sozialpädagoginnen, Projektleiterinnen und Schulleiter, Senatsmitarbeiter und sogar Professoren arbeiteten in kleinen Teams und zeigten sich als Wegweiser oder Ideensprudler. Immer unter Beobachtung der Stärkendetektive. In der anschließenden Reflexionsrunde zeigte sich auch in der Fachwelt die Begeisterung für den handlungsorientierten Ansatz im Talentmobil.

Das Talentmobil: Einführungsfilm

Kompetenzen werden im Handeln sichtbar. Gerade Jugendliche sollten sich in vielfältigen Situationen ausprobieren können, um ihre individuellen Kompetenzen oder Talente zu entdecken. Doch welche könnten das sein? In dem Einführungsfilm des Talentmobil erklärt Caro, um welche Kompetenzen es geht und was sich hinter folgenden Begriffen versteckt:

Ideensprudler, Mannschaftsspieler, Wegweiser, Redekünstler, Webwohner und Baumeister.

Das Talentmobil hält ein vielfältiges Set an Unterrichtsideen bereit, die bereits intensiv mit Schülerinnen und Schülern erprobt wurden. Die Ideen sind anschlussfähig an den Fachunterricht in der Schule und können flexibel und zielgruppenadäquat eingesetzt werden.

Die Kurzfilme zu den verschiedenen Lernszenarien sind methodischer Teil der Reihe an Unterrichtsmodulen und können als Rahmen und Einstieg in den jeweiligen Unterrichtssituationen genutzt werden. Sie bieten einen emotionalen Auftakt und wirken motivierend auf die Lernenden. Die Jugendlichen werden direkt angesprochen und bekommen eine kleine Einführung in das Thema der Aufgabe, die sie in dem Unterrichtsmodul erfüllen werden.

Szenario: Rap den Schillerdrachen

„Was rennt das Volk, was wälzt sich fort, die langen Gassen brausend fort?“ Schiller mal ganz anders: Konzentriert sitzen sich Schülerinnen und  Schüler gegenüber und üben einen Rap der besonderen Art: Fleißig wird Schillers Text studiert, diskutiert und markiert. „Wo ist halbes, wo ist doppeltes Silbentempo gefragt?“ Zwei Schüler bedienen die virtuellen Turntables, eine Klassenkameradin gibt den Takt vor und dirigiert den Sprechgesang. Im Hintergrund üben drei Schülerinnen eine Tanzchoreographie ein. Ein Schüler gestaltet am Laptop aus dem Gedichtstext eine Karaokepräsentation. Schiller wäre begeistert!

Was passiert hier?

Die Schülerinnen und Schüler erleben in diesem Szenario Texte von aus dem Unterricht bekannten Dichtern und Schriftstellern von einer modernen Seite. Mithilfe rhythmischen Beats werden die Verse von Schillers „Der Kampf mit dem Drachen“ als Performance mit Sprechgesang vorgetragen.

Mit diesem handlungsorientierten Szenario setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit klassischen Texten auseinander und trainieren zudem ihre musikalischen und rhythmischen Fähigkeiten.

Szenario: 3D-Scan

Schwarzes Tonpapier liegt auf dem Tisch, eine Schülerin baut daraus gerade eine Black Box. Ein Scanner wird mit dem Laptop verbunden und installiert. Einige Schüler sind auf dem Schulhof unterwegs und suchen nach interessanten Pflanzen. Die ersten sind bereits zurück und drapieren die gefundenen Blumen möglichst wirkungsvoll. Mit Spannung werden die ersten Scans erwartet. Laute „Ohs“ und „Ahs“ tönen durch den Klassenraum.

Was passiert hier?

Die Schülerinnen und Schüler erleben in diesem Szenario, wie man mithilfe eines Scanners interessante Fotos mit 3D Effekt machen kann und gestalten aus den Bildern eine attraktive Präsentation für eine Ausstellung.

Mit diesem handlungsorientierte Szenario werden vor allem kreative Fähigkeiten von Schülerinnen und Schülern angesprochen. Durch die experimentelle Nutzung bekannter  Hard- und Software wird außerdem die Medienkompetenz gefördert.

Szenario: Hör genau hin!

Die Schülerinnen und Schüler sitzen gespannt vor den Lautsprechern und lauschen. Sie hören ein Mosaik aus Geräuschen und Stimmen in fremden Sprachen. Es tauchen verschiedene Personen und Charaktere auf, die gemeinsam eine Geschichte erleben. Sie streiten über etwas, oder eifern sie bei einem Fußballspiel mit? Jemand spricht ganz leise, vielleicht erzählt er ein Geheimnis? Plötzlich ein lauter Knall. „Was ist passiert?“ In der Ferne hört man Schritte näherkommen, später das Quietschen einer Gartentür, wenn man richtig gut hinhört.

Was passiert hier?

Die Schülerinnen und Schüler haben die Aufgabe, aus Tonaufnahmen eine Geschichte herauszufinden und das damit zusammenhängende Rätsel zu lösen. Die Tonaufnahmen sind auf den ersten "Blick" eine bloße Aneinanderreihung von Situationen und Sätzen in fremden Sprachen mit einer sich verändernden Geräuschkulisse. Durch genaues Zuhören lässt sich eine Geschichte  erkennen und beschreiben.

 

Dieses handlungsorientierte Lernszenario schärft das Gefühl für eine Sprache und das sprachliche Hörvermögen. Es schult kreative Fähigkeiten und öffnet den Blick für Zusammenhänge.

Szenario: Körperbuchstaben

„Wir brauchen dringend ein N!“ Im Klassenzimmer hängen große, blaue Tücher. Kamera und Stativ werden justiert - es darf auf keinen Fall wackeln. Klick! Vor den Tüchern halten sich zwei Mädchen an den Händen und strecken je ein Bein in die Luft. Sieht schon fast aus wie der Buchstabe N. Ein Junge gibt Tipps und Anweisungen. Klick! Während sich die einen akrobatisch verbiegen, porträtieren Klassenkameraden mit Stift und Papier die Figuren.

Was passiert hier?

Die Schülerinnen und Schüler haben die Aufgabe, für die Imagekampagne ihrer Schule einen kurzen Slogan und dazugehöriges Fotomaterial zu erstellen. Dabei sollen sie für die Fotos die Buchstaben nur mithilfe ihres Körpers nachstellen. In einem selbst gebauten Fotostudio und Atelier werden die Ergebnisse fotografisch und grafisch festgehalten.


Dieses handlungsorientierte Lernszenario schult das individuelle Ausdrucksvermögen und fördert die zeichnerischen Fähigkeiten der Lernenden. Darüber hinaus können Körpergefühl und Körperbeherrschung sowie Fotografisches Knowhow erprobt werden.

Wer hat den Hut auf?

Auch am 25. August machten sich Schülerinnen und Schüler einer zehnten Klasse auf den Weg ins Lernzentrum im Baukasten in Berlin Hellersdorf, um mehr über sich und ihre Stärken herauszufinden. Pünktlich um 11.15 Uhr ging es los. Das Lernszenario Körperbuchstaben stand auf dem Programm.

An diesem Tag hatten die Jugendlichen dabei eine besondere Aufgabe. Sie sollten sich während der Arbeit an der Teamaufgabe auch selbst gegenseitig beobachten. Im Fokus standen dabei vor allem die Kompetenzen des Wegweisers und des Ideensprudlers. Es galten folgende Spielregeln:

1. Wer die Leitung übernimmt, bekommt den Hut auf.

2. Wer kreativ ist und eine Idee hat, bekommt eine Ideensprudlerkarte.

Fleißig wurden Ideen gesponnen und Karten verteilt. Mal hatte die eine den Hut auf, mal der andere. So wurde den Jugendlichen aktiv deutlich wie stark eine Kompetenz bei jemandem ausgeprägt sein kann. Im Anschluss fiel es ihnen somit leichter ihren Mitschülerinnen und Mitschülern eine positive Rückmeldung zu geben.

Mit dem Talentmobil zum Vorstellungsgespräch

In einem Bewerbungsgespräch taucht oft die Frage auf: „Erzählen Sie uns doch einmal, wo Ihre Stärken liegen, was können Sie denn besonders gut.“ Schade, wenn man darauf keine Antwort weiß. Doch auch wenn ein Bewerber Schlüsselqualifikationen wie Teamfähigkeit und Medienkompetenz noch für sich benennen kann, kommen viele doch spätestens bei der nachhakenden Frage: „Was heißt denn Teamfähigkeit? Wo haben Sie das bereits unter Beweis gestellt?“ ins Stocken.

Vom 17. bis 19. August bereiteten sich 15 Schülerinnen und Schüler einer 10. Klasse der Jean Piaget Schule auf eine solche Situation vor. Gemeinsam erarbeiteten sie in Rollenspielen, mit Videoanalysen und Kommunikationsübungen die wichtigsten Aspekte eines Vorstellungsgespräches und recherchierten am PC nach Hintergrundinformationen zu ihren Wunschberufen. Eigentlich sind sie nun gut vorbereitet. Doch die Frage nach den Stärken, fällt ihnen immer noch schwer.

Deshalb kam das Talentmobil vorbei. Bei der Teamaufgabe Brückenbau stellten die Jugendlichen ihre Kompetenzen unter Beweis. Es sind tolle Brücken entstanden und alle haben fleißig mitgearbeitet. Dabei haben sich die Schülerinnen und Schüler in der Gruppe untereinander beobachtet und besonders darauf geachtet, was der jeweils andere gut macht.

In der Feedbackrunde haben sich die Schülerinnen und Schüler dann gegenseitig eingeschätzt und sich eine positive Rückmeldung darüber gegeben, welche Stärke sie am anderen ganz besonders wahrgenommen haben und warum.

Gemeinsam wurden die wichtigsten Kompetenzen nochmals diskutiert, so dass die Jugendlichen nun bestens gewappnet sind für ein überzeugendes Bewerbungsgespräch.